Einladung zur Diskussion
Die Arena präsentiert Ihnen zwei Ansichten zum Durchdienerkontingent. Wir laden Sie ein, uns Ihre Meinung dazu mitzuteilen: ist die jetzige Höchstgrenze von 15% eines Rekrutenjahrganges etwa richtig oder sollte man sie erhöhen; was spricht dafür, was dagegen, wo sind Risiken und Gefahren?
Geben Sie uns Ihre Meinung dazu!
Diskussionsforum
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Als Frau, Jahrgang 56, deutsch, habe ich sehr
viele Gedanken über den Einsatz von Militär gehabt.
Mein Wahlspruch - schaufeln - bergen -
habt die Natur im Auge
Erstellt von: Ursula Lenzen
[79.242.116.175]
am 14.02.2012 18:50
Ein Widerspruch in sich; Schutz und Rettung sind keine Aufgaben, die eine Armee grundsätzlich rechtfertigen.
Erstellt von: Christoph Grossmann am 18.02.2012 19:53
Antwort
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Eine Erhöhung der Durchdienerquote stärkt das Milizmodell nicht, sondern schwächt es. Durchdiener sind keine Milizsoldaten sondern schlecht bezahlte Zeitmilitär. Das Durchdienermodell durchbricht in mehrfacher Weise das Milizmodell (Milizkader, Nebenamtlichkeit, Dienstleistungspflicht über mehrere Jahre, keine stehenden Truppen etc.). Die Bundesverfassung gibt aber klar vor, dass unsere Armee grundsätzlich nach dem Milizprinzip organsiert sein muss. Ein Abweichen von diesem Prinzip ist daher nur zulässig soweit es zur Aufgabenerfüllung notwendig ist.
Erstellt von: Gerhard M. Saladin, Major
[193.5.216.100]
am 13.02.2012 16:18
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Aus Armeesicht sind Durchdiener wertvoll, weil mit Ihnen heute die Bereitschaft erhöht, Personalkosten gespart und die Ausbilder auf einem höheren Niveau gefordert werden können. Aus Sicht des Dienstleistenden stellt Dienst am Stück ein Alternative zum WK Modell dar. Aus staatspolitischer Sicht sind diese Argumente valide. Allerdings gilt es zu bedenken, dass angesichts der derzeit einfachen Einsätze und des Verzichts auf einen maximalen Trainingsstand der Durchdiener in Interventionsaufgaben oberhalb und unterhalb der Kriegsschwelle und als Gegner in Übungen das Sklavereiverbot das Konzept ausserhalb von üblichen Wehrdiensten bedrängt, weil politisch, ökonomisch und sozial Leichtgewichtigte ziemlich unfreiheitlich aus Kostengründen missbraucht werden, und eine wesentliche Komponente des Milizgrundsatzes, nämlich das Einbringen anderer Lebenserfahrung, noch kaum möglich ist. Durchdiener werden zudem hauptsächlich von Berufskadern geführt. Das Schrammen für die Schweizer Armee massgeblicher Grundwerte widerspricht einer respektvollen Haltung dem Bürger gegenüber, sollte das Durchdienen je erzwungen werden. Das notwendige Abwägen resultiert darin, dass ein kleiner Anteil an Durchdienern wertvoll ist, solange Wehrpflicht und Milizgrundsatz massgeblich erhalten bleiben. Wenn Freisinnige den Durchdieneranteil substanziell erhöhen wollen, sollten sie ehrlich genug sein, sich für die Abschaffung der Wehrpflicht einzusetzen. 15% sind deshalb eine sinnvolle Limite.
Erstellt von: Christoph Grossmann
[84.226.141.244]
am 11.02.2012 00:18