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Noch zwei Artilleriesysteme im Rennen um M109-Nachfolge

Der Archer von BAE oder der RCH 155 AGM von Krauss-Maffei Wegmann sollen die alten Panzerhaubitzen M109 der Schweizer Armee ablösen. Beide Systeme sind radgestützt.

Armasuisse hat gemäss einer Medienmiteilung vom 11. August zwei Kandidaten für die Shortlist gewählt, deren Systeme für die Erneuerung der indirekten Feuerunterstützung auf mittlere Distanz für die Schweizer Armee einer Evaluation unterzogen werden. Vorgesehen ist, eines der Systeme mit der Armeebotschaft 2026 dem Parlament zur Beschaffung zu beantragen. Es wird die Panzerhaubitze M109 ersetzen, die vor über 50 Jahren beschafft wurde.

Die M109 kommt zu Beginn der 2030er Jahre an ihr Nutzungsende und muss mit einem modernen Nachfolgesystem ersetzt werden. Die Arbeiten am Projekt «Artillerie Wirkplattform und Wirkmittel 2026» begannen im Jahr 2017 mit der Projektinitialisierung und 2019 folgte der Projektauftrag. Mit der Wahl der Systeme für die Evaluationsphase nimmt das Projekt einen weiteren wichtigen Meilenstein.

Aus Schweden oder Deutschland

Auf Grundlage der militärischen Anforderungen hat Armasuisse mehrere Hersteller eingeladen, ihre Unterlagen einzureichen. Für die weitere Evaluation sind noch die Systeme zweier Hersteller im Rennen:

  • BAE Systems Bofors AB, Schweden, Archer 8x8 mobile howitzer
  • Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG, Deutschland, RCH 155 AGM Artillery Gun mit zwei möglichen Trägerplattformen (Boxer 8x8 oder Piranha 8x8)

Das neue System soll die Fähigkeit des indirekten Feuers auf mittlere Einsatzdistanz bei gesteigerter Reichweite, Präzision und Mobilität sicherstellen. In Frage gekommen sind nur geeignete Systeme auf Basis eines radgestützten Fahrzeugs. Zum Projektumfang gehören unter anderem:

  • Radgestützte Wirkplattform und Wirkmittel für die indirekte Feuerunterstützung auf mittlere Reichweite
  • Integration in Führungs- und Feuerleitsystem
  • Ausbildungs- und Simulationssysteme
  • Integration der Kommunikationssysteme
  • Logistikmittel für die Wirkplattform und die Wirkmittel

Nun folgen Versuche

Mit dem Entscheid für diese beiden Systeme würden nun während der Evaluationsphase die Bereiche Technik, Einsatz und Logistik anhand funktionsfähiger Prototypen vertieft erprobt und analysiert, heisst es von Armasuisse. Diese Abklärungen und Versuche sind für die Jahre 2023 und 2024 im In- und Ausland geplant. Die Beschaffung eines der Systeme soll mit dem Rüstungsprogramm der Armeebotschaft 2026 beantragt werden.

Die aktuell im Einsatz stehenden Panzerhaubitzen M109 (offizielle Bezeichnung: 15,5 cm Panzerhaubitze M109 KAWEST WE) wurden ab 1968 in mehreren Tranchen beschafft und bilden seither das Rückgrat der motorisierten Artillerie der Schweizer Armee. Im Laufe der Nutzungsdauer wurde das System mehrfach für den Einsatz angepasst. So wurde die Panzerhaubitze M109 1995 einer Kampfwertsteigerung (KAWEST) und 2012 einem Werterhaltungsprogramm (WE) unterzogen. Die letzten Massnahmen erfolgen derzeit mit einer Nutzungsverlängerung (NUV) 2021 mit der Absicht, das System bis anfangs 2030 betreiben zu können, bis es durch eine neue Plattform mit Wirkmitteln abgelöst wird. (ASMZ)

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